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Im Laufe der Entwicklung des mobilen GIS-Einsatzes beim TAV
Genthin werden immer mehr Tätigkeiten mit direkter Erfassung vor Ort
durchgeführt. Hierzu werden mehrere Tablet-PCs in den jeweiligen
Meisterbereichen eingesetzt.
1. Bestandsdokumentation
Die Bestandsdokumentation des Leitungsnetzes im GIS
benötigt umfangreiche Daten, um für jeden Fall (Abschaltungen, Havarien,
Wartungen) gerüstet zu sein. Es werden Fotos erstellt und auf den Tablet-PCs
Handskizzen angefertigt (Bild1). Als Grundlage für diese Handskizzen dienen die
vorhandenen ALK-Daten sowie das bereits erfasste Leitungsnetz.
Die Fotos werden zu den jeweiligen Elementen in der
Datenbank gekoppelt und mit den Handskizzen (Einmessungen) die genaue Position
von z.B. neuen Hausanschlüssen im GIS erstellt.
Bild 1: Vor-Ort
erzeugtes Dokument aus ALK-Daten und Handvermessung.
Das Foto wurde später eingearbeitet und das gesamte
Dokument als PDF an die zugehörigen neu erzeugten GIS-Elemente gekoppelt. Die
Dokumente sind zu jeder Zeit (ob mobil oder stationär) im GISX abrufbar. Da
beliebig viele Dokumente an GIS-Elemente gekoppelt werden können, lässt sich so
eine komplette Historie erstellen.
2. Auftragsbearbeitung und Wartungs-/Instandhaltungsdokumentation
In einem nächsten Schritt werden sämtliche Wartungs- und
Instandhaltungsmaßnahmen im GIS verwaltet. Zyklische wiederkehrende Wartungen /
Inspektionen werden erfasst und können nun in wöchentliche Aufträge (Listen)
dargestellt und abgearbeitet werden.
Die ursprüngliche Bearbeitung der Wartungsaufträge in Papierform
wurde durch die Bearbeitung auf dem Tablet-PC abgelöst. Dazu erhalten die
Mitarbeiter vom verantwortlichen Meister die Aufträge als digitale Daten. Alle
Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen werden auf den Tablet-PCs dokumentiert
und archiviert.
Zyklisch erfolgt die Übergabe der erfassten Wartungsdaten
an den zentralen GIS-Server zur Archivierung.
Bild 2: Suche und Anzeige archivierter
Wartungs-/Instandhaltungsaufträge
3. Exakte
GPS-Vermessung mit Tablet-PC und dem System MoSeS
Seit über 10 Jahren wird der TAV Genthin von der TeKoN
Informationssysteme GmbH betreut und nutzt als GI-System das System GIS X
(Vorgänger war GeoGIS) der Geograt Informationssystem GmbH im internen Einsatz
sowie im Außendienst. Das GIS wurde gemeinsam mit TeKoN in den letzten Jahren
ausgebaut und die Module entsprechend den Anforderungen des TAV angepasst. Besonders
die Module zur Wartung und Auftragsbearbeitung wurden weiterentwickelt (siehe
oben).
Geblieben ist in den letzten Jahren jedoch der Kostenaufwand
für die Vermessungen, die an externe Vermesser in Auftrag gegeben werden
mussten. Dies hat sich jedoch ebenfalls schon geändert.
Hierzu wurde das mobile Vermessungssystem MoSeS der TeKoN
Informationssysteme GmbH angeschafft. MoSeS
(Mobile System for exactly Surveying) wurde im Rahmen eines
Förderprojektes des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie entwickelt.
Anliegen des Projektes war es, teilte uns TeKoN mit, eine
kostengünstige mobile Vermessungseinheit als Ein-Mann-Lösung zur exakten
(zentimetergenauen) Vermessung zur Verfügung zu stellen.
Unter Verwendung moderner Trimble Vermessungstechnik entstand
MoSeS.
MoSeS ist ein satellitengestütztes Vermessungssystem mit
SAPOS Korrekturdatenabgleich in Echtzeit. Das System bietet eine
zentimetergenaue Punkt-, Linien- und Flächenerfassung mit gleichzeitiger
Erfassung von dazugehörigen Sachdaten. Die erfassten Punkte können sofort
Vor-Ort im GIS bzw. in der CAD gezeichnet werden. Der TAV Genthin nutzt MoSeS
für die Erfassung bzw. Nachvermessung von Hausanschlüssen, bei freigelegten
Leitungen usw.
Die Bedienung der Vermessungseinheit MoSeS ist einfach
und schnell zu lernen, so dass auch keine aufwendige Schulung notwendig ist. Die
Vorteile sind vor allem die Terminunabhängigkeit gegenüber den
Vermessungsbüros, die langfristige Einsparung von Vermessungskosten und die
sofortige Sichtbarmachung der Daten in
der CAD / GIS mit der Möglichkeit der
Sachdatenerfassung.
Erste Erfahrungen mit MoSeS haben die Mitarbeiter des TAV
Genthin in den letzten Monaten gewonnen. Praktisch finden wir, dass bei bisher
ungenauen oder unvermessenen GIS-Objekten die Lage und Höhe sofort bestimmt
werden können. Gerade bei offenen Baugruben ergeben sich viele Vorteile. „Sonst
mussten wir immer erst den Vermesser bestellen und warten, bis er einen Termin
frei hatte. So lange musste dann der Schacht offen bleiben. Was gerade bei Gefahren
für die Anwohner oder schlechten Witterungsbedingungen nicht optimal war.", sagt
ein Mitarbeiter hierzu.
Bild 4: Einmessung von Armaturen und Verzweigungselementen eines
Wassernetzes (aus Sicherheitsgründen hier natürlich mit 2 Personen.
Die exakt vermessenen
Punkte und zugehörigen Fotos
werden gespeichert und nach der Rückkehr vom Außeneinsatz durch den
GIS-Mitarbeiter in die zentrale GIS
Datenbank übernommen. Zusätzlich können alphanumerischen Daten oder Bemerkungen
zu den einzelnen Objekten erfasst und abgespeichert werden. Somit stehen nach
dem Abgleich der Datenbanken allen Mitarbeitern die aktuellsten Daten zur
Verfügung.
Anmerkungen von TeKoN:
Grundsätzlich kann MoSeS in allen Ver- und
Entsorgungsunternehmen zur Erfassung und Dokumentation sämtlicher Netze
(Wasser, Abwasser, Elektro, Gas, Fern- / Nahwärme, Telekommunikation), in
Kommunen (zur Erfassung von Straßenabschnitten, Wirtschaftswegen, Spielplätze, Verkehrszeichen,
Bäume usw.), bei Umweltbehörden (Erfassung und Vermessung von Feuchtgebieten /
Naturschutzgebieten) sowie im Rettungswesen (Erfassung und Dokumentation von
Hydranten oder Löschteichen) genutzt werden.
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